Ein Gespräch mit Projektleiter Stephan Kister und Produktionsleiter Florian Voß über das geplante Laser- und Lagersystem am Standort von REITZ Ventilatoren in Höxter-Albaxen.


Projektleiter Stephan Kister und Produktionsleiter Florian Voß in der Zuschnitthalle

 

 


Die zukünftige Laserschneidanlage Bystronic mit 6 kW Schneidleistung

Herr Voß, welches Ziel verfolgt REITZ mit der Einführung eines neuen Laser- und Lagersystems?

Florian Voß: Für uns ist es wichtig, dass wir unsere Fertigung in vernünftigen Schritten modernisieren. Wir müssen fertigungstechnisch führend sein. Das wollen unsere Kunden sehen und das brauchen wir auch, wenn wir mit einer hohen Produktivität wettbewerbsfähig bleiben wollen. 

Was erwarten Sie konkret?

Florian Voß: Wir verbessern nicht nur das gesamte Handling, sondern mit einer Bystronic-Laserschneidanlage mit 6 kW Schneidleistung auch die Schneidgeschwindigkeit und Qualität des Zuschnitts. Zum Vergleich: Unsere bisherige Anlage hat mit 3,2 kW gearbeitet. 6 kW sind dagegen ein Quantensprung.

Abgesehen davon, warum muss die jetzige Laserschneidanlage überhaupt ersetzt werden?

Stephan Kister: Sie hat 10 Jahre gute Arbeit geleistet, aber im Schnitt nach 40.000 Betriebsstunden und 25.000 Stunden Lasereinsatz ist leider irgendwann Feierabend. Da liegen wir jetzt schon drüber.

Mit dem Laser und Lagersystem wird gleichzeitig auch das gesamte Blechlager erneuert. Warum das?

Stephan Kister: Wir bewegen und schneiden jedes Jahr ungefähr 4.000 t Stahlblech, häufig im Format von 4000 x 2000 mm, aber auch größer. Bisher haben wir alle Bleche vorwiegend manuell mittels Kran, etc. bewegt. Also zunächst im bestehenden Blechlager eingelagert, dann entsprechend der Aufträge aus dem Lager geholt, für den Zuschnitt vorgepuffert und nach dem Zuschnitt für den nächsten Arbeitsgang kommissioniert. In Zukunft sind Lager und Laser über Automation und Software durchgängig miteinander verbunden. Das Regalbediengerät sammelt selbstständig die erforderlichen Bleche aus dem Lager und übergibt sie entsprechend der Programmierung über die Automation an den Laser. Nach dem Zuschnitt verbringt die Automation die fertigen Bleche zurück ins Lager. Erst, wenn die zugeschnittenen Bleche von der Fertigung abgefragt werden, sammelt das Lagersystem sie wieder ein und führt sie zur Kommissionierung aus. Der ganze Prozess wird nicht nur sicherer und einfacher für unsere Mitarbeiter, bei besagten Mengen senken wir auch die Durchlaufzeiten im Zuschnitt. Ein zusätzlicher Vorteil bei der neuen Lösung ist, dass wir eines Tages alle Komponenten des Laser- und Lagersystems unabhängig voneinander austauschen können.

Das hört sich an, als ob das Laser- und Lagersystem nur mit Aufträgen versorgt werden muss und ansonsten die schwere Arbeit alleine macht?

Florian Voß: Weitestgehend ist das richtig. Das System erfordert nur Steuerung und Überwachung, entsprechend programmiert kann es zum Beispiel die ganze Nacht durcharbeiten. Dafür gewinnt die Kommissionierung weiter an Bedeutung.

Wie wird der Umbau vonstattengehen?

Stephan Kister: Natürlich bleibt die jetzige Anlage so lange stehen, bis das neue Laser- und Lagersystem aufgebaut ist. Der Umbau wird ca. 12 Wochen parallel zum regulären Betrieb dauern, im Anschluss daran beginnt die Einführungszeit. Dabei bleibt die Halle im Prinzip wie sie ist. Um Platz für das neue Lager zu schaffen wird es seitlich an der Außenseite der Halle montiert und mit Sandwichplatten verkleidet. Erst wenn das neue System eingerichtet ist, wird das alte abgebaut.

Dürfen Sie uns verraten, wer das Projekt realisiert?

Florian Voß: Gerne, wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Firma Remmert aus Löhne. Wie Reitz ist Remmert ein gewachsenes Familienunternehmen aus OWL und gleichzeitig einer der innovativsten Anbieter auf dem Gebiet zeitgemäßer Lager- und Logistiksysteme.

Letzte Frage: Wann soll es losgehen?

Stephan Kister: Starten werden wir voraussichtlich im Herbst dieses Jahres, Ziel ist die Fertigstellung im ersten Quartal 2017.


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